Während Österreichs Schüler und Schülerinnen gerade in die Sommerferien gestartet sind, liest man ja in den letzten Tagen und Wochen so manches zum Thema Aus- und Weiterbildung für Erwachsene, vor allem auch zum Lernen in Bildungskarenz.

Neben z.T. durchaus nicht unberechtigter Kritik finde ich es schon etwas schade, dass es dabei nur selten darum geht, wie Lernen individuell sinnvoll gestaltet werden kann, sondern in erster Linie darum, ob und wie bestimmte gesetzliche Vorgaben erfüllt werden. Dennoch wird die Diskussion zurecht geführt, denn Bildungskarenz heißt, ich übe in dieser Zeit nicht meinen Beruf aus, sondern werde für das Lernen entlohnt. Ich war da auch früher als AHS-Lehrerin manchmal durchaus (liebevoll) streng zu meinen Schülerinnen und Schülern ab dem 10. Schuljahr, also nach Ende der Pflichtschulzeit: Schule ist jetzt dein „Job“, du könntest auch arbeiten gehen und/oder eine Lehre machen. Du hast dich entschieden, lieber weiter in die Schule zu gehen – dann sei auch ernsthaft dabei.

Was mir aber wirklich sauer aufstößt, ist der Begriff „Hobbykurs“, der nun kursiert, da ebensolche „Hobbykurse“ vom AMS für Bildungskarenz nicht bewilligt werden würden. Ein Hobby, das sollte doch etwas sein, das einem Spaß macht, in dem man Talent hat und/oder noch entwickeln darf. Etwas, für das man sich so begeistert, dass man auch dann noch weiter übt, wenn es einmal anstrengend wird.

Und da frage ich mich doch: Sollte Lernen nicht immer genau SO sein? Ganz besonders dann, wenn es darum geht, berufliche Fähigkeiten weiterzuentwickeln, um in seinem Tätigkeitsfeld noch besser zu werden und die eigene Karriere voranzubringen!?

Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich selbst immer gerne gelernt habe und das bis heute tue. Ganz besonders dann, wenn ich etwas lernen darf, das mich begeistert, für das ich mich also auch dann interessieren würde, wenn ich es beruflich nicht „bräuchte“ – umso schöner, dass in meinem Fall meist beides zusammenpasst!

Genau das wünsche ich auch unseren Kursteilnehmern und aus den Hausaufgaben, Mails und den Reaktionen im virtuellen Seminarraum weiß ich, dass das bei den aller aller meisten der Fall ist: Der gewählte Kurs passt wunderbar zu ihrem Ursprungsberuf, das Wissen wird dort in Zukunft in die Praxis umgesetzt werden und – das freut mich ganz besonders – unsere Absolventinnen und Absolventen empfinden das gewonnene Wissen auch als wertvoll für sich selbst, die eigene Familie, das private Umfeld. Also nur ein Hobby? Nein, ganz bestimmt nicht! Lernen darf nämlich Spaß machen. Ganz gemäß unseres Mottos: Lernen ist Abenteuer im Kopf!

Mag. Sarah Eidler

 

Wir hatten Praxistag. Mit „wir“ meine ich diesmal eigentlich den Verein Lolino, für den ich vor einigen Tagen auf dem wunderschönen Dragahof in Parndorf den Praxistag zur pferdegestützten neuromotorischen Förderung halten durfte.

Alle, die bei uns Kindergesundheit lernen – und alle, die schon den neuen Kurs „Dipl. Lerntrainer*in“ gebucht haben – wissen ja, dass mir dieses Thema ganz besonders am Herzen liegt. Weil einem so viel klar wird, wenn man erkennt, woher bestimmte Verhaltensweisen und Lernschwierigkeiten bei Kindern tatsächlich kommen. „Es fällt einem dann plötzlich wie Schuppen von den Augen“, so hat es eine Teilnehmerin treffend formuliert. Das Feedback war super, alle fanden es mega spannend und haben mich mit so vielen interessanten Fragen gelöchert, dass ich sicher bin, das neu gewonnene Wissen wird auch eifrig in die Tat umgesetzt.

Was so neben dem Inhaltlichen auch zur Sprache kam: Wer bin ich denn eigentlich, was habe ich mit Lolino und dem Dragahof zu tun? Nun, hier hat alles begonnen, hier habe ich Gabriela Vonwald kennengelernt, in der Ausbildung zum pferdegestützten Coach. Und ich bin eben gekommen, um zu bleiben, habe bei ganz vielen weiteren Praxiswochenenden assistiert und mittlerweile gehöre ich quasi zum Inventar.

Ich habe mich also „reingemogelt“ und weiß daher, wie viel umfangreicher die Ausbildung zum pferdegestützten Coaching/Mentaltraining mittlerweile geworden ist. Da geht es um Führungskräftecoaching, Körpersprache, überhaupt die Grundsätze des Horsemanship und die große Frage: Was können wir daraus für unseren Alltag ohne Pferd mitnehmen? Und wie vermitteln wir das an Kunden? Alle pferdegestützten Coaches/Mentaltrainerinnen, die schon vor ein paar Jahren die Ausbildung gemacht haben, haben also – sorry – eine ganze Menge verpasst. Wie gut, dass demnächst das erste Vernetzungstreffen gibt und künftig auch „Upgrades“, wie wir sie für die Lolino-Trainerinnen bereits anbieten.

Neben der pferdegestützten neuromotorischen Förderung bieten wir übrigens für Absolventen auch das Upgrade pferdegestützte Seniorenbegleitung an, passend dazu den Praxistag Biografiearbeit bei Julia Kerezsi. Und auch zum Lerntraining wird es eine Fortbildung für die Lolino-Trainerinnen geben. Ihr seht, an allen Ecken und Enden wird geplant, wir entwickeln uns ständig weiter, ganz im Sinne des lebenslangen Lernens.

Denn schließlich kam bei unserem Praxistag von einer lieben Kursteilnehmerin auch die Frage auf:

Ist Gabi Vonwald denn überhaupt schon im richtigen Alter für die Pension? Ja, ist sie, eigentlich sogar schon länger. Und da eine alleine unmöglich alles übernehmen kann, was Gabi allein „geschupft“ hat (und da reden wir noch gar nicht von ihrem Hilfsprojekt Harambee), müssen Corinna (für Lolino), Julia (für den Dragahof) und ich (fürs Bildungsinstitut Vonwald) uns eben ranhalten.

Seid gespannt, da wird noch viel entstehen. Wir halten zusammen und wünschen uns das auch von unseren Absolvent*innen. Ohne Netzwerk geht heutzutage einfach gar nichts mehr. Und es würde auch keinen Spaß machen 😉. Ich klaue also mal bei Harambee, wo das große Motto ist: Lasst uns zusammen etwas bewegen!

Wer jetzt das Gefühl hat, er habe einiges verpasst, kann das hier nachholen:

https://www.pferde-coaching-dragahof.at/

https://www.lolino.at/

Sarah Eidler

Schläfst du auch mal?

Das war eine der ersten Fragen, die mir die liebe Katharina gestellt hat, als sie Anfang des Jahres bei uns im Büro begonnen hat. Zugegeben – mit dem Bildungsinstitut Vonwald, Harambee und unserem Pferdehof zuhause sind meine Tage gut gefüllt. Aber ich liebe alle drei Bereiche, hab wunderbare Helfer und ja, natürlich schlafe ich 😉

Pro Nacht meist 7,5 Stunden und damit liege ich genau im Durchschnitt. Das individuelle Schlafbedürfnis variiert aber stark, ist altersabhängig und Frauen schlafen überhaupt etwas länger als Männer. Ein wesentlicher Faktor für unseren Schlaf ist das Licht, weshalb viele Menschen – mich eingeschlossen – während der lichtärmeren Herbst-/Wintermonate am liebsten in den Winterschlaf gehen wollen. Anders ist das übrigens in Ländern, wo es diesen Rhythmus der Jahreszeiten so nicht gibt. In Kenia sind Tag und Nacht immer in etwa gleich lang, was ich für meine innere Uhr sehr angenehm finde.

Was steckt eigentlich hinter dem Zusammenhang von Licht und Schlaf? Licht gibt unserem Körper den Takt vor, indem Lichtreize über das Auge ins Gehirn gelangen. Bei Helligkeit produziert unser Körper das sogenannte „Glückshormon“ Serotonin, das wachhält, motiviert, unsere Stimmung also im wahrsten Sinne des Wortes „aufhellt“.

Anders dagegen, wenn weniger Tageslicht auf unsere Netzhaut trifft. Dann schüttet die Zirbeldrüse Melatonin aus, ebenfalls ein Hormon, allerdings mit gegenteiliger Wirkung: Es macht uns müde, hat eine schlaffördernde Wirkung. Wer abends schlecht einschlafen kann, sollte deshalb auch Lichtquellen mit einem hohen blauwelligen Lichtanteil vermeiden, denn dies unterdrückt die Bildung von Melatonin. Daher: Smartphone auf Nachtmodus umstellen oder überhaupt früher abschalten.

Melatonin ist übrigens auch ein häufiger Grund für Streit zwischen Eltern und ihren pubertierenden Kindern, denn es wird bei Jugendlichen erst zeitlich verzögert hergestellt. Pubertierende werden also tatsächlich später müde und wollen noch nicht ins Bett, weil sie wirklich noch nicht schlafen können… und sind dann morgens zurecht unausgeschlafen.

Ich freue mich jedenfalls sehr, dass die Tage schon wieder etwas länger sind. Und da unsere Pferde bereits mit dem Fellwechsel begonnen haben, lässt der Frühling hoffentlich nicht mehr allzu lange auf sich warten…

In unseren Ausbildungen „Dipl. Mentaltrainer/in“ und „Dipl. Trainer/in Stressmanagement und betriebliche Gesundheitsförderung“ befassen wir uns übrigens auch mit dem Thema Schlaf und schlaffördernden Maßnahmen. Und im neuen Kurs „Dipl. Lerntrainer*in“ wird es ein ausführliches Modul zum Thema Pubertät geben.

Mag. Sarah Eidler

 

… wer ein Meister werden will. Bei seinem letzten Besuch bei mir hat Alexander an seinem Körperbewusstsein gefeilt, seine Grob- und Feinmotorik vielfältig trainiert und insbesondere den Zangengriff geübt. Dabei kamen alle Nah- und Fernsinne zum Einsatz und obendrein hat er mehrfach erprobt, ob die Erdanziehungskraft auch tatsächlich noch immer aktuell ist.

Hört sich nach einer besonders anstrengenden Einheit Lolino-Reitpädagogik und/oder Lerntraining an? Keineswegs! Ich hatte einfach nur Besuch von meinem kleinen Neffen, 16 Monate alt und dementsprechend aufgeweckt. Und was  jetzt so kompliziert nach Training anmutet, war: hochgehoben und wieder auf den Boden gestellt werden, sich gegen Wände und an andere Menschen drücken, von A nach B laufen, einen Kreisel mit dem Fuß am Weiterkreiseln hindern, Ballspielen, Würfel stapeln und – ein besonderes Highlight – die Laden eines Adventkalenders zum Selberfüllen auf- und zuschieben, herausnehmen, an anderer Stelle wieder einfügen, und wieder von vorne. Ihr könnt es euch bestimmt vorstellen. Es spricht die stolze Tante, wenn ich sage, er ist schon sehr geschickt dabei.

Unsere Hündin hat außerdem sehr liebevoll befunden, dass Alexander dringend an seiner taktilen Wahrnehmung arbeiten sollte. Hundefell, -schnauze und -zunge müssen schon unterschieden werden. Dass Ziegen meckern und Hunde bellen, hat er nicht nur von diesen Tieren selbst zu hören bekommen, sondern wurde dann noch eifrig überprüft. Ist ja auch zu komisch, dass wir Erwachsenen bellen oder meckern, wenn er auf die dazugehörigen Tierbilder zeigt (da wären wir dann auch beim Thema visuelle und auditive Wahrnehmung).

Und immer wieder – ja, wenn du etwas wirfst, landet es auf dem Boden. Und ja, wir heben das wieder auf. Wieder und wieder und wieder, ob es uns nun Spaß macht oder nicht. Zum Lernen brauchen wir (egal in welchem Alter) nämlich nicht nur möglichst vielfältige Sinneseindrücke („Multisensorik“), sondern auch Wiederholungen. Ein Glück, dass Kinder mit so viel Ausdauer und Neugier auf die Welt kommen.

Wie wir all das so fördern können, dass Kindern auch das schulische Lernen bestmöglich gelingt, wird übrigens ein großes Thema unserer neuen Ausbildung sein – nämlich die zum „Dipl. Lerntrainer“/zur „Dipl. Lerntrainerin“. Und derzeit bereits viel davon im Dipl. Kindergesundheitspädagogen

Mag. Sarah Eidler

Die angeblich stillste Zeit des Jahres und doch sind gerade jetzt viele Menschen mehr im Stress als zu jeder anderen Zeit des Jahres. Und wenn ich mir so überlege, wie voll unsere Tage hier im Bildungsinstitut derzeit sind, geht es uns auch nicht anders.

Zwischen Spendensammeln für unsere Familien in Kenia, die durch El Niño das Wenige, das sie davor besessen haben, auch noch verloren haben, und allen Vorbereitungen auf das nächste Jahr im Bildungsinstitut – ihr dürft euch auf ein paar ganz tolle Erweiterungen freuen – bleibt wenig Zeit, um zur Ruhe zu kommen. Zugegeben, das entspricht wohl nicht dem ganz klassischen Weihnachtsstress vieler Familien, die von Weihnachtsfeier zu Punschstand zum Geschenke-Shoppen hetzen, ist aber dennoch manchmal anstrengend.

In einer der Hausaufgaben, die ich gestern lesen durfte, stand dazu ein sehr kluger Satz: „Du, es reicht fürs Erste“, das sollten wir der Perfektionistin in uns manchmal deutlich sagen. Ganz klar: Unser Organismus ist nicht für „Dauerfeuer“ gemacht, Dauerstress macht uns unweigerlich krank. Wir brauchen also ein Kontrastprogramm. Was kann man sich darunter vorstellen?

Wer in der Arbeit selbst viel reden und zuhören muss, sollte sich im Privatleben bewusst Zeiten schaffen, in denen er die Stille genießen kann. Wer körperlich arbeitet, darf nach Feierabend ruhig zum Couchpotato mutieren – wer aber im Büro die meiste Zeit am Schreibtisch vor dem Computer sitzt, sollte seine Auszeiten für Bewegung nutzen und Bildschirme meiden. Für echte Erholung braucht es Abwechslung.

Und: Echte Erholung gelingt nur, wenn wir eine Pause auch bewusst als Pause wahrnehmen. Der schnelle Kaffee zwischen zwei Telefonaten, während wir im Kalender die Termine der nächsten Woche überfliegen, ist keine echte Pause und sorgt auch nicht für Entspannung. Genießen kann man übrigens lernen, es erfordert aber mitunter etwas Übung – probiert es doch am besten gleich mal aus. Wann, wenn nicht zur Weihnachtszeit?

Nehmt euch in den nächsten 7 Tagen jeweils 10 Minuten Zeit für eine Tasse Tee (klappt auch mit Kaffee). Hört zu, wie das Wasser langsam zu kochen beginnt, wie es heiß sprudelnd in die Tasse gegossen wird. Beobachtet, wie die Farbschleier den Tee zunächst langsam, dann immer schneller und dunkler einfärben. Spürt die Wärme der Tasse, riecht die Kräuter oder Früchte aus eurem Lieblingstee. Und schließlich: Lasst ihn euch richtig schmecken!

Diese Achtsamkeitsübung findet man übrigens auch in unserer Ausbildung zum „Dipl. Trainer für Stressmanagement und betriebliche Gesundheitsförderung“.

Habt eine besinnliche und entspannte Adventzeit!

Mag. Sarah Eidler