Kinderentspannung

Warum überhaupt Entspannung? Und haben Kinder wirklich Stress?

Vielleicht hatten auch Sie eine Kindheit, in der die schlimmste Strafe die war, „Stubenarrest“ zu bekommen, nicht hinaus zu dürfen zu den Freunden. Den ganzen Tag im Zimmer verbringen, wie langweilig ist dasI am not listening! - gil covers her ears denn? Ich denke, heute würden viele Kinder dies eher als Belohnung empfinden, stehen doch im Zimmer so Dinge wie Computer und Playstation. Selbst Volksschulkinder haben vielfach schon einen eigenen Fernseher im Zimmer oder wissen, wie sie sich auf dem Laptop Filme herunter laden können. Der Alltag unserer Kinder wird also heute von ständiger Reizüberflutung bestimmt. Alle diese „Erfahrungen“, die da über diverse Bildschirme Eingang in die Kinderzimmer finden, sind aber nur noch mittelbare Erfahrungen. Andere Menschen treiben da Sport, klettern auf Bäume oder liegen  auf einer Wiese.

Dazu kommen oft familiäre Spannungen, Patchworkfamilien, Scheidungen, Betonwüsten vor dem Haus, materielle Probleme oder Sprachbarrieren. All das führt dazu, dass Kinder den Rückzug antreten, in ihrem Sozialverhalten auffällig werden, müde und lustlos sind, vielfältige Ängste haben und mit körperlichen Probleme kämpfen, die es früher nur bei Erwachsenen in dieser großen Ausprägung gab.

Neben der Reizüberflutung sind unsere Kinder auch Leistungsdruck und Stress ausgesetzt. Der Terminkalender eines Volksschulkindes ist heute schon manchmal angefüllter als der eines Top-Managers. Die gesamte Freizeit wird – oft genug gegen teures Geld – verplant, fremdbestimmt.

Langeweile? Welches Kind kennt das noch? Und wenn, dann wird es sofort von irgendwelchen Erwachsenen bespielt und beschäftigt, so als wäre Langeweile die schlimmste aller Krankheiten.

„Diese kranke Welt empört mich. Ich suche nach einer Welt, in der die einfachen wesentlichen Werte des Menschen nicht verloren gehen. Meine Helden sind das Unkraut, das Gras, die Regentropfen. Auch der Strauch in Nachbars Garten, der Stein am Wegrand. Entdecken und genießen wir dieses kleine Wunder.“ Ferdinand Rausser

 Kinder haben also Stress, genauso wie Erwachsene. Kinder verbal zu einem anderen Verhalten aufzufordern wird – wenn überhaupt – in den meisten Fällen nur kurzen Erfolg haben. Entspannungsspiele und Stilleübungen bieten dagegen eine gute Möglichkeit, Kinder spielerisch zur Ruhe zu bringen.

Kinder, die gelernt haben, sich auch während des Tages zu entspannen, leben gesünder und bewusster, die Muskelanspannungen lassen nach, das Gehirn wird besser durchblutet, ja sogar das Immunsystem arbeitet besser (weniger krank oder weniger Allergien). Auch Gehirnaktivität und Konzentration steigern sich, und mit weniger Ängsten lernt es sich auch besser.

Dieser Text ist Teil der Ausbildung „Dipl. Kindergesundheitstrainer“ Modul Entspannung und Stress