
Fernstudium
Ich hab mir diese Woche mal eine Frauenzeitschrift gekauft, Sie wissen schon, so eine, wo es 5 Minuten nach Mitternacht wieder nur um das Eine geht – schlank sein. Normalerweise lese ich solchen Müll ja nicht. Wobei ich behaupten könnte, es sei einfach nur, um zu wissen, worauf Menschen gerade wieder herein fallen. Ich bin ehrlich, es war eine reine Alibihandlung, damit ich in der U-Bahn was zum Lesen hatte. Aber – man kann aus allem was lernen. Und ich hab mir meine ganz eigenen Gedanken dazu gemacht.

Hand aufs Herz – woran denken Sie zuerst, wenn Sie das Wort „Vitamine“ hören oder lesen? Für die meisten Menschen sind Vitamine fast schon gleichzusetzen mit dem einen, dem besonderen, nämlich Vitamin C. Und obwohl doch auch alle anderen Vitamine lebensnotwendig sind und ein Mangel schwere Störungen hervorrufen würde, steckt tief in uns drin der Glauben, wenn wir nur von diesem einen genug haben, dann ist alles gut.
Als großer Fan von Nahrungsergänzung mag es seltsam erscheinen, dass ausgerechnet ich jetzt dagegen sein soll, wenn plötzlich alle daher kommen mit – „meine Vitamin D-Speicher sind gaaaanz leer, ich brauche jetzt hochdosiert Tabletten, um sie wieder aufzufüllen.“ – Vitamin D, das neue Wundermittel gegen alles, von Depression bis Fußpilz. Und immer, wenn ich so was höre, bin ich berufsbedingt erstmal misstrauisch. Wie genau hat die Menschheit bisher überlebt? Ich denke, viele würden nicht so hysterisch nach einer „Stoßtherapie“ rufen, wenn man das Ganze richtigerweise Hormon D nennen würde. Schlucken wir doch mal schnell ein paar Hormone.
