Methionin – die Diva unter den Aminosäuren

Eiweiß besteht aus Aminosäuren als kleinster Baueinheit. Und wir alle wissen, dass es einige davon gibt, die der Körper nicht selbst herstellen kann, die müssen wir ihm füttern. Methionin gehört dazu.

Methionin ist neben Cystein für den Körper ein wichtiger Schwefellieferant. Sie hilft dabei, Fett in der Leber abzubauen (ein lang dauernder Methioninmangel führt daher immer auch zu Leberproblemen) und baut nach dem Training die Muckis auf. (Oder etwas fachmännischer, sie hat anabole Wirkung in der Ruhephase nach Belastung). Methionin hilft bei der Wundheilung und stärkt insgesamt unser Immunsystem, vor allem auch deshalb, weil das wichtige Spurenelement Selen nur mit ausreichend Methionin vbrazil nutserstoffwechselt werden kann. Bei Aidspatienten findet man zum Beispiel fast immer sehr niedrige Methionin-Spiegel.

Auch unsere Gedächtnisleistung ist abhängig von ausreichend Methionin, man vermutet sogar, dass sich Demenz deutlich  verbessern lässt, wenn wir ausreichend und lebenslang genug Methionin in unserem Eiweiß haben.

Nur – zu viel sollte es auch nicht sein. Davon können vor allem Hochleistungssportlerinnen ein Lied singen, die einen sehr geringen Körperfettanteil haben und Methionin (wir erinnern uns, anabole Wirkung) lange Zeit isoliert als Nahrungsergänzung zu sich nehmen. Zuviel fördert die Kalziumausscheidung und damit die Osteoporoseneigung.

Sicher haben Sie schon mal von der Biologischen Wertigkeit gehört (wenn Sie regelmäßig in den letzten Jahren meine Beiträge gelesen haben, sicher sogar). Es geht hier darum, welche Aminosäure sozusagen die volle Verwertung eines Eiweißes begrenzt. Oder anders ausgedrückt, von welcher ist am wenigsten enthalten, die ist dann sozusagen der Wertigkeitsgeber. Und fast immer ist dies Methionin. Sie wissen, ich bin ein Fan von Soja. Nur sollte man Soja nicht über einen längeren Zeitraum als einzige Eiweißquelle nutzen, denn – erraten – die große Schwachstelle ist hier genau diese Aminosäure. Wie übrigens in den meisten rein pflanzlichen Proteinen.

Aber – die gute Nachricht, täglich zwei Paranüsse oder ein paar Walnüsse helfen schon. Da bekommt der Satz, dass Nüsse die Gedächtnisleistung anheben doch eine ganz neue Bedeutung.