Wieviel Cremen braucht der Mensch?

Hands and cream isolated on white background

Hautpflege

Tagescreme, Nachtcreme, Augencreme, Antifaltencreme, Anti-Aging und mit Antioxidantien, alternativ mit Gold oder Silber oder doch lieber was zum Essen drin wie Kaviar oder gleich Schokolade? Ich gebe zu, wie wohl jeder Mensch, dessen Haut mal so kaputt war wie meine, bin ich ein echter Haut-Freak und pflege und creme gern und viel, aber das, was da so manchmal in den Regalen steht, ist selbst mir zu übertrieben. Braucht man wirklich für so ziemlich jede Partie des Gesichts ein eigenes Produkt und muss da wirklich der gesamte Kühlschrankinhalt mit drin sein? Zumal ja schon der Gesetzgeber verbietet, dass das alles wirklich tief genug eindringen darf, spätestens bei der Lederhaut ist Schluss.

Braucht es zum Beispiel eine Nachtcreme? Ja, durchaus, denn nachts hat unsere Haut tatsächlich andere Bedürfnisse, beispielsweise teilen sich die Zellen 8mal schneller als unter tags, die körpereigene Talgproduktion wird gedrosselt, so gegen 23 Uhr ist die Haut maximal durchblutet und gegen 4 Uhr früh lässt sie am meisten durch. Macht also Sinn, da etwas mehr anzubieten. Nur, in meinem Alter kann man die gewählte Creme durchaus auch als Tagescreme verwenden. Eine wirklich gute fettet und schmiert nicht.

Jede Creme besteht grundsätzlich mal aus Öl und Wasser, mal ist das eine mehr drin, mal das andere, daher heißen sie mal Öl in Wasser und mal Wasser in Öl. Reines Fett wie unsere Großmütter das noch schätzten, nimmt man heute aber nicht mehr, es geht eher um ausreichend Feuchtigkeit.

Auch Peelings sind nützlich, allerdings genügt einmal pro Woche vollkommen. Unsere Haut wächst in Schichten von unten nach oben, die obersten Reihen sind aber alle abgestorben, tote Zellen, die abgestoßen werden und die wir als Schuppen wahrnehmen. Die Haut dabei zu unterstützen ist sinnvoll, vor allem sehr trockene Haut profitiert. Außerdem können Wirksubstanzen besser eindringen. Für den Körper nehme ich übrigens immer selbstgemachte Peelings, entweder Kaffeesud oder Meersalz gemischt mit einem ätherischen Öl und einer guten Seife. Und wer stark schuppt und sehr trockene Haut hat, sollte auch daran denken, dass er damit viel vom wertvollen Mineral Zink verliert. Das sollte man dann über die Nahrung ersetzen. Zinkmangel kann die Ursache für viele Unverträglichkeiten sein.

In meiner Jugend (zugegeben, schon eine Weile her) hab ich konsequent zwei Jahre lang meine Kosmetik selbst erzeugt. Abgesehen davon, dass in meinem Kühlschrank in dieser Zeit kaum noch Platz für Lebensmittel war, war vor allem die Haltbarmachung immer ein Problem. Ehrlich gesagt, hab ich damals mehr weggeworfen als verwendet, was irgendwann doch mal ins Geld geht (oder man ruiniert sich die Haut über Keime). Bei fetten Cremen ist dies nicht so ein Problem, aber ich verwende heute ein Produkt mit maximaler Feuchtigkeit, das würde innerhalb von Tagen zum Schimmeln anfangen. Meine Creme auf Aloe-Basis ist also konserviert, aber sie bekommt mir ganz wunderbar und nach Jahren schwerster Neurodermitis mache ich heute keine Experimente mehr.

Tierversuche sind glücklicherweise ja schon lang verboten (Firmen, die mit tierversuchsfreier Kosmetik Werbung machen, machen sich strafbar), aber ich bin sehr froh, dass in meinen Produkten auch keine tierischen Inhaltsstoffe enthalten sind.

Ich esse zwar nicht vegan, aber meine Kosmetik ist es.