Auch wenn ich über die Jahre jeden Kurs so unzählige Male abgehalten habe, dass die Inhalte völlig verinnerlicht sind, so treffen diese natürlich auch immer wieder auf eigene Lebenssituationen, was manchmal sehr spannend ist. Gerade bereite ich das Praxiswochenende „Begleitung im Alter“ vor, ein Thema, das ich mit 30 wohl nicht auf dem Bildschirm hatte. Wenn man jung ist, hält man die Welt und das eigene Leben für unendlich, die Zukunft und das Morgen ist so weit wie der Ozean. Und auch, wenn ich alte Menschen als typisches Oma-Kind immer schon gemocht habe, so den richtigen Zugang gab es dann erst, als ich meinen über 90jährigen Schwiegervater die letzten Wochen seines Lebens bei uns zuhause hatte. Starke Demenz, rundum Betreuung notwendig, aber unglaublich innige Momente. Ein Geschenk, vielleicht mehr an mich als an ihn.

Im Alter fällt oft das Wort „damals“. Vielleicht ist dies überhaupt eines der Hauptmerkmale, dass man oft zurück schaut und sich an das erinnert, was junge Menschen vielleicht „eine geile Zeit“ nennen würden. Oder in der Sprache der Bachblüten, das Honeysuckle-Prinzip. Schön, wenn Menschen auch ihre ganz persönliche „geile Zeit“ hatten, aus der Sie dann schöpfen können.

In der TCM ist es der Herbst des Lebens, in der man erntet, sich aber auch langsam zurück nimmt, um sich dann im Winter immer mehr um die eigenen Bedürfnisse zu kümmern, sich ganz nach innen zu wenden, bis der Höhepunkt des Yin erreicht ist und die Natur wieder neu erwacht. Ist es nicht faszinierend, wie genau unsere Vorfahren die Natur beobachtet haben und daraus Schlüsse ziehen konnten auch auf das individuelle Leben.

Ich wünsche allen einen schönen Spätherbsttag.

Auch wenn ich mit zunehmendem Alter immer mehr zum „Sommermenschen“ mutiere, so kann ich doch auch dem Herbst und bald den Wintertagen einiges abgewinnen. Ich kann mich noch gut erinnern, wie sehr ich es als Kind genossen habe, dass man jetzt als Familie wieder enger zusammenrückt und sich so kuschelig fühlt (auch ohne Toffee-Fee;-)).

Und Kinder lieben es ja ohnehin, Dinge ganz anders zu machen als bisher. Wie wäre es mal mit einem Indoor-Picknick einfach auf dem Teppich? Diese und andere Ideen gibts übrigens auch beim Kindergesundheitspädagogen, denn das Thema Ernährung gehört natürlich dazu.

Eine der Fragen, die uns am häufigsten gestellt wird, ist wohl die, warum wir unsere Kurse so preiswert anbieten können (gleich danach kommt, warum sie nicht so lange dauern wie in anderen Schulen).
Eigentlich müsste man ja jetzt fragen, warum sind andere Schulen so teuer, und vielleicht liegt hier auch schon der Schlüssel zum Verständnis.

Wir sind klein und wollen klein sein. Ich habe persönlich nicht den geringsten Ehrgeiz, Klassen mit 20 Schülern zu unterrichten. Das verschafft uns eine schlanke Struktur, wenig Personal, mit Unterstützung von einigen wenigen ausgewählten Gastreferenten unterrichte ich selbst.

Auch ein wichtiger Grund – wir machen wenig Werbung, wir verschicken keine Hochglanzprospekte an alle, die nur jemals irgendwann eine Info wollten, stehen nicht auf allen großen Messen, wir leben von Mundpropaganda und zufriedenen Absolventen.

Und – und das ist vielleicht unser kleiner Nachteil, sagt aber viel über unsere Gesellschaft aus, wir haben zu über 80% Selbstzahler in unseren Ausbildungen, Menschen also, die sich ihre Lust auf Lernen aus eigener Tasche zahlen müssen und es nicht über Transferleistung zurück bekommen. Und jeder weiß, wenn es darum geht, fremdes Geld auszugeben, ist einem nichts zu teuer, oder?
Ich träume ja insgeheim von einer Zeit, wo das AMS und andere preisbewusst einkaufen,also die Preise vergleichen, bevor sie was fördern. Ich glaube, da hätten wir dann gute Chancen.

Es kann aber jeder absolut sicher sein:
Die Ausbildungen sind trotzdem genauso gut wie „die teuren“.

Eure Gabi Vonwald