Gute Laune aus dem Darm

Probiotics

Wenn sogar in der Sonntagsbeilage der größten österreichischen Tageszeitung über etwas berichtet wird, was man selbst eigentlich seit Jahren schon genau so macht, dann freut einen das natürlich. „Endlich“, dachte ich mir heute also. Worum es geht? Um unsere Darmbakterien, die guten natürlich. Und das, was man in der Gesamtheit als Mikrobiom bezeichnet. Diesmal aber ging es nicht um Immunsystem und Krankheiten, sondern um etwas, was sie ganz offensichtlich auch können – uns in eine bessere Stimmung versetzen, stressresistenter machen, unsere Alltagsbelastbarkeit erhöhen.

Über das Mikrosystem in unserem Darm schreibe ich ja seit Jahren. Und inzwischen gibts in jeder Buchhandlung, die was auf sich hält, ja auch genug Bücher mit manchmal zweifelhaftem Titel, aber immer spannendem Inhalt über ein Organ, das bis vor wenigen Jahren gar keines war, nämlich die Gesamtheit all dessen, was sich IM Darm abspielt.

„Leaky gut“ und Stuhltransplantation bei unheilbaren Krankheiten, Immunsystem und Burnout, so ziemlich alles wird derzeit über diese eigene Landschaft da unten erklärt. Und so langsam dringt auch durch, dass ein gesunder Darm mit einem gesunden Mikrobiom auch zu einer gesunden Psyche beitragen kann. Hier sind es vor allem die Milchsäurebakterien, wie sie auch bei der Haltbarmachung von sauer eingelegtem Gemüse entstehen. Sauerkraut als Heilmittel (hoffentlich bald nicht nur noch auf Rezept und von Nestle erhältlich).

Das Besondere jetzt aber, man hat erste Studienergebnisse in Verbindung mit unserer Psyche. In Kurzform, wie wirken sich 2 Monate gute Bakterien essen auf unsere Laune aus? Und die Ergebnisse waren sensationell.

Man kann jetzt also Sauerkraut essen, probiotischen Joghurt oder, wie ich es seit Jahren mache und seither auch meinen chronischen Reizdarm gut im Griff habe, so kleine Kügelchen jeden Morgen. In solch einem Kügelchen – Vorsicht, die sind wirklich rund und rollen auch mal schnell davon – stecken viele Millionen guter Bakterien, die geschützt den aggressiven Magensaft passieren können und erst im Darm zur Entfaltung kommen. Ich hab’s nicht so mit Sauerkraut, da komm ich dann nicht mehr von der Toilette.

Wenn mich also demnächst Menschen fragen, warum ich eigentlich immer gut drauf bin, obwohl mein Leben gerade durchaus ein paar Gründe für – „es ist alles so schwierig“ – liefern würde, kann ich antworten, es sind die kleinen Kügelchen morgens. Und dann hoffen, dass das nicht mal jemand falsch versteht und nach versteckten Drogen sucht.

Wer auch welche will – einfach melden. Ich bin nämlich auch „Dealer“.