Ganz ehrlich: Ich liebe den Sommer!

Ich mag Spaziergänge am Abend, wenn die Sonne langsam hinter den Feldern verschwindet. Ich freue mich jedes Jahr über den Anblick der Felder voller Sonnenblumen, die sich der Sonne entgegenstrecken. Ich genieße Grillnachmittage mit Freunden, ein gutes Eis an heißen Tagen, die Möglichkeit, meinen Pferden eine erfrischende Dusche zu gönnen – und ganz besonders liebe ich diesen Moment am Morgen, wenn ich noch vor dem ersten Kaffee hinausgehe und die Nase in die schon angenehm warme Sonne strecken kann.

Nur eines könnte ich jedes Jahr aufs Neue streichen: diese Nächte, in denen man gefühlt schon verschwitzt ist, bevor man überhaupt eingeschlafen ist. Kommt Ihnen das bekannt vor? Man dreht den Kopfpolster zum dritten Mal um, schiebt die Bettdecke von sich weg, öffnet noch einmal das Fenster, obwohl der Fluglärm nervt (ich wohne in der Nähe des Flughafens Wien-Schwechat)… und man findet einfach nicht in den Schlaf.

Viele Menschen glauben dann, sie seien einfach besonders hitzeempfindlich. Tatsächlich hat das Ganze aber einen biologischen Hintergrund.

Warum Hitze uns wach hält

Unser Körper schläft nicht einfach ein, weil wir müde sind. Bevor wir einschlafen können, läuft ein genau abgestimmtes Programm ab. Dazu gehört unter anderem, dass unsere Körperkerntemperatur leicht absinkt. Dieser kleine Temperaturabfall gehört ganz selbstverständlich zum Einschlafprozess. Unterstützt wird er übrigens auch durch die Aminosäure Glycin, die in Studien mit einer verbesserten Schlafqualität in Verbindung gebracht wurde. (Schmeckt übrigens süß und ist deshalb meine persönliche Lieblings-Aminosäure ;-))

An heißen Sommerabenden fällt genau diese natürliche Abkühlung deutlich schwerer. Ist das Schlafzimmer aufgeheizt oder die Außentemperatur kaum niedriger als tagsüber, kann der Körper die überschüssige Wärme schlechter abgeben. Die Folge: Wir brauchen länger zum Einschlafen, schlafen unruhiger oder wachen häufiger auf.

Manchmal ist es einfach zu warm. Manchmal schwitzen wir. Manchmal reicht schon das Gefühl, dass die Luft im Schlafzimmer steht. Unser Schlaf wird dadurch leichter und weniger tief. Das bedeutet nicht automatisch, dass wir deutlich weniger schlafen – aber häufig schlafen wir weniger erholsam.

Morgens fühlen wir uns dann so, als hätte die Nacht kaum Erholung gebracht. Das ist typisch für sehr warme Nächte. Die gute Nachricht ist: Das ist zunächst einmal völlig normal. Unser Körper reagiert auf seine Umgebung. Und eine tropische Nacht stellt für ihn nun einmal andere Bedingungen dar als ein kühler Herbstabend.

Was hilft wirklich?

Natürlich gibt es keine Patentlösung. Trotzdem gibt es einige Maßnahmen, die sich in der Praxis immer wieder bewähren.

Versuchen Sie, die Hitze möglichst draußen zu halten. Tagsüber lohnt es sich, Fenster geschlossen zu halten und die Räume konsequent abzudunkeln. Gelüftet wird am besten früh morgens oder spät abends, wenn die Außentemperaturen wieder sinken. Besonders Dachgeschosswohnungen profitieren enorm davon.

Nicht nur das Schlafzimmer, sondern auch den Körper können wir kühlen. Viele Menschen springen vor dem Schlafengehen unter die eiskalte Dusche. Klingt logisch, ist aber oft gar nicht die beste Idee. Kälte regt den Kreislauf zunächst an. Der Körper versucht anschließend sogar, sich wieder aufzuwärmen.

Angenehmer ist meist eine lauwarme Dusche. Sie unterstützt den Körper dabei, überschüssige Wärme abzugeben, ohne ihn zusätzlich zu aktivieren. Oder vor dem Hinlegen noch einmal kurz mit einem nassen Waschlappen über den Körper streichen und nicht mehr abtrocknen.

Auch leichte Baumwoll- oder Leinenbettwäsche, eine dünne Decke und möglichst luftige Schlafkleidung können den Unterschied machen.

Ein kleiner Tipp aus der Aromatherapie: Pfefferminzöl oder noch sanfter ein Pfefferminzhydrolat können Räumen zumindest ein angenehmes Frischegefühl verleihen. Zwar sinkt dadurch die Raumtemperatur nicht tatsächlich, unser Gehirn nimmt den Duft jedoch als kühlend wahr. Das liegt daran, dass Menthol unsere Kälterezeptoren aktiviert. Schon wenige Sprühstöße eines Pfefferminzhydrolats auf Bettwäsche oder Vorhänge können deshalb an heißen Tagen als angenehm empfunden werden.

Und wenn Sie Ihr Schlafzimmer neu gestalten möchten: Blautöne werden als kühl und beruhigend wahrgenommen – ein kleiner psychologischer Effekt, der an heißen Sommertagen durchaus willkommen sein kann. Wer nicht neu streichen will – blaue Bettwäsche hilft auch schon ;-)

Trinken nicht vergessen! An heißen Tagen verlieren wir deutlich mehr Flüssigkeit als sonst. Wer tagsüber zu wenig trinkt, merkt das oft nicht nur an Kopfschmerzen oder Konzentrationsproblemen, sondern manchmal auch am Schlaf.

Gleichzeitig würde ich davon abraten, den gesamten Flüssigkeitsbedarf erst am Abend nachzuholen. Sonst meldet sich nachts möglicherweise nicht die Hitze, sondern die Blase. Wie so oft gilt: Regelmäßig über den Tag verteilt trinken ist meist die beste Lösung. Und gleich nach dem Aufstehen sowieso 1-2 große Gläser, um den Flüssigkeitsverlust durch nächtliches Schwitzen wieder auszugleichen.

Auch das (Abend-)Essen ist relevant. Im Sommer haben wir oft ganz automatisch Appetit auf leichtere Mahlzeiten – und das ist gar keine schlechte Idee. Ein riesiges Schnitzel mit Pommes oder eine andere sehr fettreiche Mahlzeit kurz vor dem Schlafengehen fordert den Verdauungstrakt zusätzlich heraus. Ehrlich gesagt ist das Schnitzel mit Pommes wahrscheinlich zu keiner Jahreszeit die beste Idee – vor einer tropisch heißen Sommernacht aber erst recht nicht.

Ein leichter Salat mit einer Eiweißquelle, Gemüse mit Fisch oder ein Naturjoghurt/Skyr mit Früchten und Nüssen oder Haferflocken sind dem Schlaf deutlich zuträglicher.

Vielleicht haben Sie sich vorgenommen, den Sommer für mehr Bewegung zu nutzen. Eine wunderbare Idee, aber bitte mit Augenmaß. Die intensivste Trainingseinheit des Tages würde ich nicht unbedingt auf die Phase mit 34 Grad legen. Sinnvoller ist es, Sport in die kühleren Morgenstunden oder auf den späteren Abend zu legen, wenn die Temperaturen wieder angenehmer werden.

Und wenn die Nacht trotzdem schlecht war?

Bitte machen Sie sich wegen einer schlecht geschlafenen Nacht nicht zusätzlich verrückt.

Ja, Sommernächte können anstrengend sein. Aber wir leben hier nicht in den Tropen. In unseren Breiten gibt es meist nur wenige Wochen oder einzelne Nächte im Jahr, in denen die Temperaturen wirklich so hoch sind, dass sie unseren Schlaf deutlich beeinträchtigen.

Unser Körper ist erstaunlich anpassungsfähig. Versuchen Sie deshalb, Ihren Tagesrhythmus trotzdem beizubehalten. Stehen Sie ungefähr zur gewohnten Zeit auf, tanken Sie morgens Tageslicht und vertrauen Sie darauf, dass Ihr Körper den Schlaf meist ganz von selbst wieder ausgleicht. Denn manchmal macht nicht die Hitze die Nacht noch schlechter – sondern unsere Sorge darüber, nicht genügend geschlafen zu haben.

Mein persönlicher Sommertipp

Wenn es draußen am Abend langsam etwas kühler wird, gehen mein Mann und ich oft noch eine kleine Runde spazieren. Nicht weit. Nicht sportlich. Einfach nur gemeinsam.

Für mich ist das einer der schönsten Momente eines Sommertages. Man lässt den Tag Revue passieren, spricht über alles Mögliche, macht vielleicht schon Pläne für den Herbst – oder genießt einfach einmal ein paar Minuten Stille. Ganz nebenbei tanken wir noch etwas frische Luft, bewegen uns und geben unserem Körper auch durch das Licht der untergehenden Sonne die Möglichkeit, langsam vom Tag in die Nacht zu wechseln. Ich glaube, solche kleinen Rituale sind es, die oft den größten Unterschied machen. Nicht nur für unseren Schlaf, sondern manchmal auch für unsere Beziehung.

Und vielleicht ist genau das das Schönste am Sommer: Dass er uns einlädt, den Abend nicht vor dem Fernseher zu verbringen, sondern hinauszugehen, den Sonnenuntergang zu genießen und den Tag ganz bewusst ausklingen zu lassen.

Ich wünsche Ihnen einen wunderbaren Sommer und möglichst erholsame Nächte!

Herzliche Grüße

Sarah Eidler

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Warum lebenslanges Lernen in einer Welt der Langlebigkeit wichtiger wird als je zuvor

Wer sich mit dem Thema Longevity beschäftigt, kommt an einer faszinierenden Vorstellung kaum vorbei: Vielleicht gehören Menschen, die heute 50 oder 60 Jahre alt sind, zur ersten Generation, die eine realistische Chance hat, 100, 110 oder sogar 120 Jahre alt zu werden. Neue Erkenntnisse über Ernährung, Bewegung, Prävention und moderne Medizin lassen die Hoffnung wachsen, dass wir nicht nur länger leben, sondern auch länger gesund bleiben können.

Doch je intensiver ich mich mit dem Thema beschäftige, desto häufiger stelle ich mir eine andere Frage: Was bedeutet ein deutlich längeres Leben eigentlich für unseren Geist?

Die Diskussion konzentriert sich oft auf körperliche Gesundheit. Wir trainieren unsere Muskeln, achten auf ausreichend Bewegung, verbessern unsere Ausdauer und beschäftigen uns mit gesunder Ernährung. All das ist wichtig. Aber ein fitter Körper allein macht noch kein erfülltes Leben aus. Denn was nützt es, wenn wir mit 100 Jahren noch problemlos eine Bergwanderung schaffen, unser Gehirn aber nicht mehr in der Lage ist, neue Erfahrungen aufzunehmen, Zusammenhänge zu erkennen oder Erinnerungen zu bilden?

Die Antwort auf diese Herausforderung könnte in einer Haltung liegen, die wir uns ein Leben lang erhalten sollten: die Bereitschaft zu lernen.

Lernen wird häufig mit Schule, Ausbildung oder Studium verbunden. Viele Menschen betrachten ihre Lernphase im Grunde als abgeschlossen, sobald sie ins Berufsleben eintreten. Diese Sichtweise sollten wir grundlegend überdenken. Wenn wir künftig tatsächlich deutlich länger leben, werden wir auch deutlich länger lernen müssen – und dürfen.

Schon heute verändert sich die Arbeitswelt in rasantem Tempo. Berufe entstehen neu, andere verschwinden. Technologien entwickeln sich schneller als jemals zuvor. Wer über Jahrzehnte beruflich anschlussfähig bleiben möchte, kommt um kontinuierliche Weiterbildung nicht herum. Dabei geht es nicht nur darum, mit technischen Entwicklungen Schritt zu halten. Es geht auch darum, Tätigkeiten zu finden, die unseren Interessen und Fähigkeiten entsprechen und die wir langfristig mit Freude ausüben können.

Wenn Menschen künftig bis 70, 75 oder sogar 80 Jahre arbeiten, wird die Frage nach Sinn und Motivation noch wichtiger werden. Niemand möchte mehrere Jahrzehnte in einem Beruf verbringen, der auslaugt und erschöpft. Lebenslanges Lernen eröffnet die Möglichkeit, sich immer wieder neu zu orientieren, neue Kompetenzen zu entwickeln und berufliche Wege einzuschlagen, die besser zur jeweiligen Lebensphase passen.

Doch Lernen ist weit mehr als eine Investition in die Karriere. Es ist auch eine Investition in die Gesundheit unseres Gehirns.

Unser Gehirn liebt und braucht Herausforderungen. Neue Fähigkeiten zu erwerben, unbekannte Themen zu entdecken oder neue Denkweisen kennenzulernen, hält neuronale Netzwerke aktiv.

Wissenschaftliche Studien zeigen immer wieder, dass geistige Aktivität eine wichtige Rolle dabei spielt, die kognitive Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter zu erhalten. Natürlich gibt es keine Garantie gegen Erkrankungen wie Demenz. Aber es spricht vieles dafür, dass ein neugieriger und lernbereiter Geist bessere Voraussetzungen schafft, um lange mental fit zu bleiben.

Deshalb sollten wir das Gehirn ähnlich betrachten wie unsere Muskulatur. Niemand würde erwarten, dass ein Muskel stark bleibt, wenn er jahrzehntelang nicht genutzt wird. Warum sollten wir also glauben, dass unser Geist ohne regelmäßige Herausforderungen dauerhaft leistungsfähig bleibt?

Für mich gehört deshalb lebenslanges Lernen genauso selbstverständlich zu einem gesunden Lebensstil wie Bewegung oder eine ausgewogene Ernährung. Dabei muss Lernen keineswegs anstrengend oder akademisch sein, im Gegenteil, Lernen muss Freude machen – und entscheidend ist die Bereitschaft, neugierig zu bleiben.

Was mich besonders beschäftigt: Angenommen, wir erreichen tatsächlich ein Alter von 110 oder 120 Jahren. Was machen wir dann mit den zusätzlichen Jahrzehnten?

Viele Menschen träumen von einem langen Leben. Doch ein langes Leben will auch gestaltet werden. Wenn wir mit 80 oder 90 Jahren noch mehrere Jahrzehnte vor uns haben, reicht es kaum aus, nur auf Vergangenes zurückzublicken. Wir brauchen Ziele, Interessen und Entwicklungsmöglichkeiten. Wir brauchen die Freude am Entdecken.

Gerade deshalb erscheint mir lebenslanges Lernen als einer der wichtigsten Bausteine eines erfüllten langen Lebens. Es hält nicht nur unsere beruflichen Möglichkeiten offen und unterstützt die Gesundheit unseres Gehirns. Es schenkt uns auch etwas, das vielleicht noch wertvoller ist, und das wir bei Kindern oft bewundern: die Fähigkeit, uns immer wieder für Neues zu begeistern.

Als jemand, der selbst gerne Neues entdeckt, sich für Menschen und Tiere einsetzt und nicht zuletzt durch mein ehrenamtliches Engagement in Kenia erlebe ich immer wieder, wie bereichernd es ist, den eigenen Horizont zu erweitern. Jede neue Erfahrung eröffnet neue Perspektiven. Jede neue Erkenntnis macht die Welt ein Stück größer.

Vielleicht ist genau das das eigentliche Geheimnis eines langen und erfüllten Lebens: nicht nur viele Jahre zu haben, sondern in all diesen Jahren neugierig zu bleiben.

In diesem Sinne: Bleib gesund – und neugierig!

Herzliche Grüße

Sarah Eidler

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Unsere innere Haltung entscheidet darüber, ob uns Stress krank macht oder wachsen lässt.

„Hau jedem aufs Maul, der dir sagt, du hättest zu viel Stress.“ Als ich diesen Satz vor ein paar Tagen gehört habe, musste ich lachen. Denn so provokant er klingt, so viel Wahrheit steckt darin. Stress ist längst zum Feindbild geworden. Wir reden darüber, als wäre er etwas, das wir unbedingt vermeiden müssen. Aber vielleicht ist genau diese Haltung das eigentliche Problem?!

Ich kenne stressige Phasen nur zu gut. Durch Arbeit, Familie, meine Tieren und mein Engagement für Harambee gibt es Tage, an denen die To-do-Liste länger ist als der Tag selbst. Und trotzdem würde ich nicht sagen, dass ich „zu viel Stress“ habe. Ich habe viel zu tun – aber ich tue Dinge, die mir wirklich wichtig sind. Und genau da beginnt das Thema Mindset.

Stress ist nämlich nicht automatisch negativ. Vielmehr hängt seine Wirkung stark davon ab, wie lange er andauert (also ob wir von akutem oder chronischem Stress sprechen) und vor allem: wie wir ihn bewerten. Genau das zeigt auch die Arbeit „De-stressing Stress: The Power of Mindsets and the Art of Stressing Mindfully“ von Alia Crum (Columbia Business School) und Chris Lyddy (Case Western Reserve University). Darin wird deutlich, dass Stress sowohl schädliche als auch förderliche Effekte haben kann – und dass unser Mindset darüber entscheidet, welche Seite überwiegt.

Die Autorinnen und Autoren beschreiben sehr klar: Stress kann positive Effekte auf Gesundheit, Leistung und Wohlbefinden haben. Das widerspricht allem, was wir normalerweise hören. Denn gesellschaftlich dominiert ein anderes Bild: Stress macht krank, erschöpft und führt langfristig ins Burnout. Und ja, das kann passieren – vor allem dann, wenn wir dauerhaft über unsere Grenzen gehen und Warnsignale ignorieren.

Aber die Forschung zeigt eben auch die andere Seite. Stress kann uns fokussierter, leistungsfähiger und sogar widerstandsfähiger machen. Er aktiviert unseren Körper, schärft unsere Aufmerksamkeit und hilft uns, Herausforderungen zu meistern. Die körperliche Stressreaktion ist ja ursprünglich genau dafür gedacht, unsere Ressourcen zu bündeln, damit wir mit Anforderungen besser umgehen können.

Der entscheidende Punkt ist nicht, ob wir Stress haben – sondern wie wir ihn interpretieren. Wenn wir glauben, dass Stress uns schadet, reagieren wir oft mit Widerstand. Wir wollen ihn loswerden, vermeiden oder unterdrücken und genau das erzeugt zusätzlichen Druck – eine Art „Stress über den Stress“. Dieses Phänomen wird in der Forschung ebenfalls beschrieben: Nicht nur der Stress selbst belastet uns, sondern auch unsere Bewertung davon.

Wenn wir hingegen verstehen, dass Stress einfach ein Signal ist, wenn wir diese erkennen und wissen, wie wir damit umgehen können, dann verändert sich unsere Perspektive. Stress zeigt uns, dass uns etwas wichtig ist. Wir stressen uns nicht wegen Dingen, die uns egal sind. Er ist ein Hinweis auf unsere Werte, unsere Ziele, unsere Verantwortung. Und plötzlich wird aus dem „Gegner“ Stress ein Verbündeter.

Ich erlebe das oft im Alltag. Wenn ich mich gestresst fühle, frage ich mich nicht mehr sofort, wie ich diesen Zustand loswerde. Stattdessen frage ich: Warum ist mir das gerade so wichtig? Diese kleine Veränderung bringt mich zurück zu dem, was zählt, und gibt mir gleichzeitig Energie, dranzubleiben.

Und schließlich habe ich einen voll gepackten Werkzeugkoffer an Methoden zum Stressmanagement und zur Erholung zwischendurch. Gut so, denn mein „Stress“ ist nichts anderes als Engagement, Verantwortung und Herz – ich will ihn also gar nicht missen.

Natürlich bedeutet das nicht, dass wir uns blind in Stress stürzen sollten. Wer langfristig leistungsfähig bleiben will, muss gut auf sich achten. Mentaltraining spielt hier eine zentrale Rolle. Es hilft uns, unsere Gedanken bewusst zu steuern, Stressoren zu erkennen und gesunde Strategien im Umgang mit Belastung zu entwickeln.

Denn auch das gehört zur Wahrheit: Nicht jeder Stress ist hilfreich. Dauerhafte Überforderung, fehlende Erholungsphasen und das Gefühl von Kontrollverlust können das Risiko für Burnout deutlich erhöhen. Genau deshalb ist es so wichtig, ein Gespür für die eigenen Grenzen zu entwickeln und rechtzeitig gegenzusteuern.

Ein starkes Mindset bedeutet also nicht, Stress zu ignorieren oder sich ständig zu pushen. Es bedeutet, bewusst damit umzugehen. Zu erkennen, wann Stress uns antreibt – und wann er uns ausbremst. Und vor allem: die Fähigkeit zu entwickeln, unsere Perspektive aktiv zu wählen. Sich also auch nicht von außen einreden zu lassen, dieser Stress wäre schädlich.

Die Forschung zeigt, dass genau das möglich ist. Unser Mindset ist nicht festgelegt. Es lässt sich verändern. Und schon kleine Impulse können eine große Wirkung haben. Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Kraft des Mentaltrainings: nicht darin, ein stressfreies Leben zu schaffen – sondern ein bewusstes. Ein Leben, in dem wir verstehen, was in uns passiert. Und in dem wir lernen, mit den Herausforderungen zu wachsen, statt an ihnen zu zerbrechen. Auch hier gilt: Wissen schützt.

Denn nein, jemandem „aufs Maul zu hauen“, der von zu viel Stress spricht, ist natürlich nicht die Lösung ;-). Vielleicht reicht es, ruhig zu sagen: Es kommt darauf an, wie du ihn siehst.

Herzliche Grüße

Sarah Eidler

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Zur oben genannten Studie:
Crum, A. J. (Columbia Business School) & Lyddy, C. (Case Western Reserve University) (2014):
De-stressing Stress: The Power of Mindsets and the Art of Stressing Mindfully.
In: Handbook of Mindfulness (Wiley-Blackwell).
Online HIER verfügbar (Stand 11.4.2026)

 

 

 

 

Endlich blinzeln wir wieder in die Sonne. Nach langen, dunklen Wintermonaten merkt man, wie sich die Stimmung plötzlich hebt, sobald die Sonne scheint. Menschen sind besser gelaunt und freundlicher, selbst die eigene To-do-Liste erscheint weniger bedrohlich. Doch warum ist das so? Warum macht uns Sonne tatsächlich glücklich?

Die Antwort liegt natürlich in unserem Körper verborgen. Sonnenlicht beeinflusst direkt unsere Hormonproduktion. Sobald Licht auf unsere Netzhaut trifft, sendet das Gehirn Signale aus, die die Ausschüttung von Serotonin anregen. Das ist jener Botenstoff, der für Zufriedenheit, innere Ruhe und emotionale Stabilität verantwortlich ist. Im Winter hingegen, wenn die Tage kurz und grau sind, sinkt der Serotoninspiegel. Viele Menschen kennen die „Winterdepression“ und spüren dann eine bleierne Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder fühlen sich einfach niedergeschlagen. Das ist eine natürliche Reaktion auf den Lichtmangel.

Gleichzeitig reguliert Sonnenlicht unser Schlafhormon Melatonin. In der dunklen Jahreszeit bleibt der Melatoninspiegel oft erhöht, wir fühlen uns tagsüber müde und kommen morgens schwer aus dem Bett, denn unser Tag-Nacht-Rhythmus wird maßgeblich durch Licht gesteuert. Deshalb wird auch immer dazu geraten, morgens ab in die Sonne, ans Tageslicht – aber woher sollte man das denn in den letzten Wochen nehmen?! Meine Tageslichtlampe hat ihr bestes getan, aber das ist natürlich nicht ganz dasselbe. Mit den ersten hellen Tagen pendelt sich unser innerer Rhythmus nun wieder so richtig ein. Wir schlafen tiefer, wachen erholter auf und starten wacher in den Tag. Es ist, als würde jemand einen Schalter umlegen.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist natürlich Vitamin D – eigentlich kein Vitamin, sondern ein Hormon, das unser Körper mithilfe von Sonnenstrahlen selbst bildet. Es unterstützt nicht nur unser Immunsystem und unsere Knochengesundheit, sondern steht auch in engem Zusammenhang mit unserer Stimmung. Ein Mangel kann depressive Verstimmungen begünstigen, alles fühlt sich doppelt anstrengend an. Daher ist Supplementierung durch Nahrungsergänzungsmittel in unseren Breiten in den Wintermonaten wirklich zu empfehlen.

Doch nicht nur biochemisch geschieht etwas mit uns. Sonne verändert unser Verhalten. Wir gehen wieder öfter nach draußen, bewegen uns mehr, treffen uns mit Freundinnen, setzen uns mit einem Kaffee auf den Balkon, hören Podcast oder Audiodateien bei einem Spaziergang oder nehmen das Buch mit in den Park. Bewegung an der frischen Luft setzt zusätzlich Endorphine frei – körpereigene Glücksbotenstoffe. Es entsteht ein wunderbarer Kreislauf aus Licht, Aktivität und guter Laune.

Und seien wir ehrlich: Ja, das Feine am Fernstudium ist, man kann auch daheim gemütlich in eine warme Decke eingewickelt lernen – aber noch schöner ist es doch draußen in der Sonne bei Vogelgezwitscher. Natürlich hat es seinen Reiz, sich an kühlen Tagen einzukuscheln und konzentriert am Schreibtisch zu sitzen. Doch sobald die Sonne scheint, verändert sich die Atmosphäre. Tatsächlich zeigen Studien, dass helles Licht die Aktivität bestimmter Gehirnareale steigert, die für unsere Motivation zuständig sind. Gleichzeitig sinkt das Stresshormon Cortisol schneller ab, wenn wir Zeit im Freien verbringen. Die Natur wirkt wie ein Gegenpol zu unserem oft digitalen, schnellen Alltag. Sonnenlicht signalisiert unserem Gehirn Sicherheit, denn evolutionsbiologisch bedeutete Helligkeit Schutz und Aktivität, Dunkelheit hingegen Vorsicht und Rückzug. Dieses uralte Programm läuft noch immer in uns.

Elderly woman in home, opening curtains and getting ready for the day with sun, light and fresh air. Morning routine, retirement and senior person at window in apartment, housework and chores in room

Vielleicht spüren Sie gerade jetzt diese Aufbruchsstimmung. Die Lust, Fenster zu öffnen, Altes auszusortieren, neue Pläne zu schmieden. Frühling und Sonne stehen symbolisch für Neubeginn. Und manchmal brauchen wir genau dieses äußere Signal, um auch innerlich etwas in Bewegung zu bringen. Vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment, nicht nur die Fenster zu öffnen, sondern auch neue Türen. Wenn die Sonne uns neue Energie schenkt, warum sollten wir sie nicht nutzen? Ein neuer Kurs, eine Weiterbildung, ein Thema, das Sie schon länger reizt. Lernen bedeutet Entwicklung. Und Entwicklung beginnt mit einer bewussten Entscheidung – vielleicht genau in dem Moment, in dem Sie Ihr Gesicht in die Sonne halten und denken: Jetzt!

Sonnige Grüße

Mag. Sarah Eidler

 

 

Ich packe gerade meinen Koffer, weil ich in Kürze nach Kenia fliege – diesmal als ätherisches Öl im Gepäck: Ackerminze, auch japanische Minze genannt, die mir persönlich noch lieber ist als die normale Pfefferminze. Warum, das will ich heute kurz erzählen.

Denn ich fliege nicht in den Urlaub, sondern mein Engagement für unser Hilfsprojekt Harambee steht im Mittelpunkt dieser Reise. Natürlich werde ich daneben auch weiter eure E-Mails beantworten und Hausaufgaben korrigieren – meist sehr früh am Morgen oder sehr spät abends. Und so sehr ich mich auf Wärme freue: Bei den derzeitigen Minusgraden in Österreich erwartet mich ein Temperaturunterschied von 35-40 Grad, das ist schon eine heftige Umstellung.

Ich neige da leider zu Kopfschmerzen bis hin zu Migräne und in einer so intensiven Zeit ist Ackerminze für mich ein echter Schatz. Ihr Duft ist frischer, krautiger und für mein Empfinden angenehmer als der der klassischen Pfefferminze. Das ätherische Öl der Ackerminze wirkt nicht nur belebend und konzentrationsfördernd, sondern auch wohltuend bei Druck im Kopf oder geistiger Erschöpfung. Wenn ich mich also nach langen Tagen müde und überladen fühle, hilft mir Ackerminze, wieder klarer denken zu können.

Das Öl wird durch Wasserdampfdestillation aus dem ganzen Kraut gewonnen und enthält einen sehr hohen Anteil von 70-80% Menthol. Es eignet sich besonders gut zur Anwendung bei Spannungskopfschmerzen: Einfach auf Stirn, Schläfen oder Nacken auftragen (natürlich verdünnt!) – ein kühlender Effekt stellt sich fast sofort ein. Und auch meine Atemwege profitieren von der befreienden Wirkung, was nach der trockenen Flugzeugluft sehr hilfreich ist.

Was ich diesmal in Kenia unbedingt ausprobieren will, ist, ob Ackerminze tatsächlich gegen Ameisen hilft. Diese kleinen Plagegeister hat man dort nämlich leider überall (von winzig klein bis riesig) und der intensive Geruch soll sie angeblich vertreiben – ich bin gespannt!

Bis bald, herzliche Grüße, bleibt gesund und neugierig!

Mag. Sarah Eidler

PS: Wenn ihr das Ackerminzenöl – oder andere ätherische Öle – im Onlineshop von feeling bestellt und am Ende Gabriela Vonwalds ID 26045 angebt, unterstützt ihr damit direkt Harambee. Die Provisionen gehen zu 100% an unsere Studentinnen und Studenten in Kenia. Danke für eure Unterstützung!